Langeoog hat am Volkstrauertag der Opfer von Krieg und Terror gedacht und in einem ökumenischen Gottesdienst für Frieden, Verständigung und Versöhnung der Religionen gebetet. Denn auch 70 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs geht die Gewalt in der Welt weiter und so wurde ganz aktuell auch der Menschen gedacht, die weltweit vor Gewalt und Krieg fliehen oder Opfer von Terror wurden.
"Wir haben hier keine bleibende Stadt, die zukünftige suchen wir" lautete der Predigttext, auf den Inselpastor Christian Neumann seine Gedanken zum Volkstrauertag aufbaute. Ein ehrliches Bekenntnis zu Gott könne kein religiöses Gemurmel sein, sondern nur ein klares "Ja": "Eine Stadt, sich sich zum Namen Gottes bekennt, kann die Türen nicht schließen, denn hinter Mauern werden nur Privilegien geschützt."
Es gehe nun darum, sich von der Logik zu trennen, die zum Tode führe. In diesem Zusammenhang lud er auch dazu ein, sich kritisch mit dem Text des Denkmals an der Ostseite der Kirche auseinander zu setzen, der an die gefallenen Langeooger des ersten Weltkriegs erinnere. Im Sinne des heutigen Geistes des Gedenkens handele es sich nicht um Helden, die in Treue für die Ehre des Vaterlandes gestorben seien, sondern um sinnlose Opfer einer verfehlten Politik. Er regte an, eine Schrifttafel zu gestalten, auf die der neue Geist des Gedenkens in Worte gefasst werde.
Bürgermeister Uwe Garrels begrüßte die Einladung von Inselpastor Christian Neumann, denn es gebe trotz der sinnlosen Opfer von Gewalt, Krieg, Bürgerkriegen und Terrorismus eine Hoffnung auf Versöhnung, wenn die Menschen für ihre Verantwortung für den Frieden ihre ganze Kraft einsetzen. Mit den Menschen, die vor Gewalt und Zerstörung fliehen und mit dem Terror kehren lange nach dem zweiten Weltkrieg die Folgen neuer Kriege nach Deutschland ein, die man nicht durch Ausgrenzung lösen könne.
Anschließend legten Vertreter der Inselgemeinde, der Freiwilligen Feuerwehr und des Reservistenverbandes Kränze am Gedenkstein an der Ostseite der Kirche nieder.
