"Wir sagen: Nein, am Aschermittwoch ist nicht alles vorbei: Jetzt fangen die sieben Wochen auf dem Weg zum Osterfest an," widersprach Inselpastor Christian Neumann in der Andacht am Seniorennachmittag im Beiboot der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde, der musikalisch von Noemi Rohloff am Klavier begelietet wurde.
Seit den 80er Jahren lädt die Evangelische Kirche in der Passionszeit zu einer siebenwöchigen Fastenaktion "7 Wochen anders leben", an der sich in Deutschland inzwischen über zwei Millionen Menschen beteiligen, und Christian Neumann stellte den zahlreich gekommenen Senioren sein Thema für dieses Jahr vor.
"So viel du brauchst. Sieben Wochen Zeit zum Nachdenken, Neues ausprobieren, anders leben für den Klimaschutz.
"So viel du brauchst." Oder anders gefragt: Wann ist es eigentlich genug? Was ist eigentlich gut genug?"
Negative Beispiele lassen sich genügend finden in einer Welt, in der mehr nicht genug ist, in der alles und jeder zu jeder Zeit optimiert werden muss, immer weniger Menschen immer mehr schaffen müssen, Effizienzsteigerung ein Zauberwort ist und "Suboptimal" ein Vernichtungsurteil.
"Die Vordenker der Fastenaktion meinen: Das sind Symptome falschen Ehrgeizes. Das sind Strategien, die Menschen unter Druck setzen, stressen, krank machen, Lebensfreude und -freiheit nehmen."
Sieben Wochen möge es anders gehen, warb Christian Neumann für eine Fastenzeit, die nicht nur im Zeichen der Reue und Vergänglichkeit stehe, sondern vor allem eine Umkehr und ein Neubeginn.
"Und die Worte dieser Andacht: Für heute müssen sie einmal gut genug sein," schloss er.
Es folgte ein gemütliches Beisammensein mit Tee, Kaffee und Kuchen.
